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Humboldt-Universität zu Berlin - Abteilung Sportsoziologie

Kompetenzerwerb und Sport

Foto: (c) LSB NRW | Andrea Bowinkelmann

Sport, Bewegung und bürgerschaftliches Engagement haben gängigen Annahmen zu Folge eine bildende Funktion. Folgt man diesen Annahmen, so können in sportbezogenen Handlungskontexten gesellschaftlich relevante Kompetenzen erworben werden, die auch auf andere soziale Settings (z.B. in der Arbeitswelt) übertragbar sind. In der Abteilung Sportsoziologie wird die bildende Funktion insbesondere im Hinblick auf informelle Lernprozesse und auf Bildungserwerb im und durch bürgerschaftliches Engagement im Sport untersucht.

Problemaufriss

Bildung, Lernen und Kompetenzerwerb sind Themen aktueller politischer, wissenschaftlicher und öffentlicher Debatten. Exemplarisch dafür stehen der so genannte „Pisa-Schock“, der Umbau des Hochschulsystems im Rahmen des „Bologna-Prozesses“, das dreigliederige Schulsystem oder die Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem. In diesen Diskussionen wird Bildung und Bildungserwerb auch unter Stichworten wie „lebenslanges Lernen“, „informelles Lernen“ oder „lernende Gesellschaft“ diskutiert. Diese Diskussionslinien deuten an, dass sich der Bildungserwerb nicht nur in Institutionen des formellen Bildungssystems (Schulen, Universitäten, etc.) vollzieht. Vielmehr gibt es zahlreiche Lernorte und -kontexte außerhalb der klassischen Bildungsinstitutionen und der klassischen Lernzeiten (Kindheit, Jugend, junges Erwachsenenalter), die für unsere „Wissensgesellschaft“ immer bedeutsamer werden.

Eine zentrale Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die Bildungschancen in den vielfältigen Settings von Sport, Bewegung und bürgerschaftlichem Engagement. Vor diesem Hintergrund ist in den letzten Jahren eine Öffnung staatlicher und privater Bildungsinstitutionen für die vielfältigen formellen und informellen Settings von Sport, Bewegung und bürgerschaftlichem Engagement zu beobachten. Beispiele hierfür sind Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen im Rahmen der Ganztagsbetreuung, Projekte in der Jugendsozialhilfe, bei der Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte oder Freiwilligendienste im Sport.

Vor diesem Hintergrund forscht und berät die Abteilung Sportsoziologie zur bildenden Funktion von Sport, Bewegung und bürgerschaftlichem Engagement insbesondere im Hinblick auf die informellen Lernprozesse in der Sport-, Bewegungs- und Engagementkultur.

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