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Humboldt-Universität zu Berlin - Abteilung Sportsoziologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Sportwissenschaft | Abteilung Sportsoziologie | Projekte | Alle Projekte | OSSKAR-Studie: Organisierter Sport und Soziales Kapital – Revisited

OSSKAR-Studie: Organisierter Sport und Soziales Kapital – Revisited

Projektbeschreibung

Das Kooperationsprojekt OSSKAR untersucht mit Hilfe des bundesweit repräsentativen Bevölkerungssurveys: Bedeutung von Sportvereinen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt (Kantar Public, 2018) auf empirischer Grundlage, inwieweit Vereine und insbesondere auch Sportvereine als die quantitativ bedeutsamste Organisationsform zivilgesellschaftlicher Vergemeinschaftung in Deutschland zur (Re‑)Produktion von „Sozialkapital“ (Putnam, 1993, 2000) beitragen können. Um diese übergeordnete Zielstellung zu untersuchen, greift die Untersuchung auf das Konzept des „Sozialkapitals“ zurück, das seit den einschlägigen Studien von Robert D. Putnam intensiv diskutiert und kritisiert, zugleich aber auch theoretisch präzisiert und für empirische Studien nutzbar gemacht wurde.

Auf der Basis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung (Online Erhebung, Stichprobe ab 18 Jahre, n=2.568), die in Zusammenarbeit mit Kantar Public (2018) durchgeführt und im Januar 2018 abgeschlossen wurde, werden statistische Zusammenhänge und Regelmäßigkeiten zwischen unterschiedlichen Partizipationsformen in (Sport-)Vereinen einerseits und zentralen Dimensionen des Sozialkapitals andererseits erarbeitet. Dazu gehören u.a. soziales Vertrauen, Gesellungsformen und Unterstützungsleistungen, soziale Beziehungen, individuelle motivationale Ressourcen und freiwilliges Engagement, Werte und politische Einstellungen der Akteure. Darüber hinaus wurden soziodemografische Merkmale erhoben, die für die Kontrolle der sozialen Selektivität, die einer Vereinsmitgliedschaft vorgelagert ist, bedeutsam sind.

Die statistischen Analysen konzentrieren sich einerseits auf den Vergleich von Personen, die im Sportverein in unterschiedlichen Formen partizipieren, mit Personen, die in einer anderen Vereinigung partizipieren, und Personen ohne Vereinsmitgliedschaft. Andererseits werden Vergleiche zu einer repräsentativen Bevölkerungs- und Sportvereinsmitgliederbefragung in Deutschland vorgenommen, die im Jahr 2001 durchgeführt wurde (Baur & Braun, 2003), so dass für einzelne Sozialkapital-Dimensionen Trendaussagen möglich werden. Ergebnisse aus dem Projekt sind in drei fachwissenschaftlichen Aufsätzen publiziert worden (Burrmann, Braun & Mutz, 2019, 2020; Mutz, Burrmann & Braun, 2020).

zitierte Literatur:
Baur, J. & Braun, S. (Hrsg.). (2003). Integrationsleistungen von Sportvereinen als Freiwilligenorganisationen. Aachen: Meyer & Meyer.
Burrmann, U., Braun, S. & Mutz, M. (2020). In Whom Do We Trust? The Level and Radius of Social Trust among Sport Club Members. International Review for the Sociology of Sport, 55(4), 416-436. doi:10.1177/1012690218811451
Burrmann, U., Braun, S. & Mutz, M. (2019). Playing together or bowling alone? Social capital-related attitudes of sports club members and non-members in Germany in 2001 and 2018. European Journal for Sport and Society, 16(2), 164-186. doi:10.1080/16138171.2019.1620412
Kantar Public (2018). Bedeutung von Sportvereinen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Methodenbericht zur Durchführung der Bevölkerungsbefragung. Unveröffentlichtes Dokument, Kantar Public, München.
Mutz,  M.,  Burrmann,  U.  &  Braun,  S.  (2020).  Speaking  acquaintances  or helpers   in   need:   Participation   in   civic   associations   and   individual   social   capital. VOLUNTAS: International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations. doi: 10.1007/s11266-020-00274-x
Putnam, R. (1993). Making Democracy Work: Civic Traditions in Modern Italy. Princeton: Princeton University Press.
Putnam, R. (2000). Bowling Alone. The collapse and revival of American community. New York: Simon & Schuster.

Weitere Projektdaten

Kooperationsprojekt von Prof. Dr. Ulrike Burrmann (Technische Universität Dortmund), Prof. Dr. Sebastian Braun (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Michael Mutz (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Laufzeit: 2017 - 2018

Publikationen zum Projekt

Burrmann, U., Braun, S. & Mutz, M. (2020). In Whom Do We Trust? The Level and Radius of Social Trust among Sport Club Members. International Review for the Sociology of Sport, 55(4), 416-436. doi:10.1177/1012690218811451

Burrmann, U., Braun, S. & Mutz, M. (2019). Playing together or bowling alone? Social capital-related attitudes of sports club members and non-members in Germany in 2001 and 2018. European Journal for Sport and Society, 16(2), 164-186. doi:10.1080/16138171.2019.1620412

Mutz,  M.,  Burrmann,  U.  &  Braun,  S.  (2020).  Speaking  acquaintances  or helpers   in   need:   Participation   in   civic   associations   and   individual   social   capital. VOLUNTAS: International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations. doi: 10.1007/s11266-020-00274-x