Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Abteilung Sportsoziologie

Sozial-integrativer Triathlon Berlin-Hohenschönhausen

Projektbeschreibung

Zum Selbstverständnis des Instituts für Sportwissenschaft an der HU Berlin gehört die aktive Mitgestaltung nachhaltiger sport- und bewegungsräumlicher Strukturen. Insofern korrespondiert der 2. Projektaufruf „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ mit dem Ansatz der Berliner Sportwissenschaft, stadtentwicklungspolitische Aufgabenstellungen zu identifizieren und Leuchtturmprojekte beispielgebend und partnerschaftlich zu initiieren, zu moderieren und zu implementieren.

In diesen übergeordneten Arbeitszusammenhang ordnet sich das vorliegende Projekt „Sozial-integrativer Triathlon Berlin-Hohenschönhausen“ ein, das dem Handlungsbereich „Chancen schaffen und Zusammenhalt bewahren – Soziale Stadt“ zuzuordnen ist.

In Kooperation mit dem Bezirksamt Lichtenberg, den Stadtteilmanagements und dem Sportverein Pfefferwerk e.V. nutzt das Projekt das Medium Sport als Ausgangs- und Bezugspunkt, um in den vier Berliner Stadtteilen Alt Hohenschönhausen Süd, Alt Hohenschönhausen Nord, Neu Hohenschönhausen Süd und Neu Hohenschönhausen Nord drei zentrale Ziele zu verfolgen:

  • die Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und das soziale Zusammenleben zu verbessern,
  • Bildungsangebote zu verbreitern und zu optimieren,
  • Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen zu aktivieren und zu unterstützen.

Sport wird in diesem Kontext als ein Medium betrachtet, das einen hohen Aufforderungscharakter für Engagement und Partizipation speziell im Kindes- und Jugendalter hat und mit dessen Hilfe – ganz im Sinne einer Katalysatorfunktion – die angestrebten integrations-, bildungs- und gesundheitsförderlichen Prozesse in der Stadtteilentwicklung initiiert und nachhaltig in der Praxis implementiert werden können. Mit der Fokussierung auf Sport- und Bewegungsarrangements im Rahmen der Sportart Triathlon werden bewusst moderne Sportformen gewählt, die jenseits des traditionellen vereinsorganisierten Wettkampf- und Übungsbetriebs vielfältige niedrigschwellige sportliche und gesellige Beteiligungsformen ermöglichen und bürgerschaftliche Potenziale zur Mitwirkung und Selbstorganisation im Sinne des „Neuen Ehrenamts“ in den Stadtteilen eröffnen.

Im Zentrum stehen dabei die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die durch die langfristige Vorbereitung, Organisation, Durchführung, Teilnahme und Dokumentation eines jährlichen Triathlons nicht nur im eigenen Stadtgebiet aktiv werden, sondern explizit für die Entwicklung des eigenen Stadtteils mobilisiert und aktiviert werden sollen. Vor dem Hintergrund des tiefgreifenden demographischen, ökologischen und sozialen Wandels in den ausgewählten Stadtteilen soll das Triathlonprojekt sein identifikatorisches Potenzial für die Stadtteile und Zielgruppen in drei thematischen Schwerpunkten entfalten, die für die sozialräumliche Gestaltung des Gebietes von grundlegender Bedeutung sind: „Triathlon integrale“ (2009), „Ökologie: Fauler See“ (2010) und „Innovation und Veränderung“ (2011) lauten die Titel der Triathlons, die auf inhaltlicher Ebene für substanzielle Herausforderungen der Stadtteile sensibilisieren sollen.

Das Projekt geht ressourcenerschließend vor und strebt an, die freien und öffentlichen Träger der Stadtteile sowie die ansässigen Gewerbe in die Organisation, Durchführung und Finanzierung des Projektes einzubinden. Damit wird ein modernes, wohlfahrtspluralistisches Konzept in der Praxis erprobt, das eine systematische Verzahnung von Akteuren aus Staat, Markt und Zivilgesellschaft bei der Herstellung öffentlicher und gemeinwohlrelevanter Güter verfolgt. Auf der operativen Ebene bilden dabei die Stadtteilmanagements mit ihren umfangreichen Erfahrungen und Wissensbeständen über Strukturen und Bedarfe besonders wichtige Projektpartner, die dem Projekt direkten Zugang zur Stadtteilarbeit und weiteren relevanten Akteuren eröffnen können.

Als Multiplikatoren des Projektes fungieren Studierende des Faches Sportwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. In Projektseminaren werden sie für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen qualifiziert, um für die 10-18jährigen Schülerinnen und Schuler Bildungsangebote zu initiieren, die es ihnen erlauben, erfolgreich an den Triathlons teilzunehmen und diese selbst zu organisieren, als Stadtteilevents zu konzipieren und durchzuführen. Damit leistet das Projekt in diesen Stadtteilen auch einen Beitrag zur Vernetzung der Schulen, die als Netzwerkknotenpunkte z.B. im Hinblick auf Informationsverbreitung, Mobilisierung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern oder Qualifizierungsmaßnahmen von wesentlicher Bedeutung sind. Auf diese Weise sollen die Schulen in ihrer Funktion als Orte der Aktionen, als Informationsplattformen, als Institutionen der Stadtteilarbeit und der Bürgerbeteiligung gefördert und unterstützt werden.

Mit dem Sportverein Pfefferwerk e.V. hat der „Sozial-integrative Triathlon Berlin-Hohenschönhausen“ einen im Freizeit- und Breitensport erfahrenen Projektpartner, der vor dem Hintergrund der quantitativen und qualitativen Veränderungen in der Sport- und Bewegungskultur adäquat auf die Bedürfnislagen und Erwartungen der Bevölkerung an ein solches Projekt einzugehen vermag und die unterschiedlichen sozialen wie altersgemäßen Zielgruppen in das Projekt integrieren kann.

Weitere Projektdaten

Projektteam: Prof. Dr. Sebastian Braun (Projektleiter), Katarina Prchal

Laufzeit: 10/2010 bis 11/2011

Mittelgeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung